Shomer?

Was ist der Haschomer Hatzair?

Der Hashomer Hazair (“der junge Wächter”) ist eine jüdische, sozialistische und zionistische Jugendbewegung.

Geschichte

Gegründet wurde das Wiener Ken (Nest) der „jungen Wächter“ (übersetzter Name) 1913 in Wien.
Der Hashomer Hatzair hat seine Wurzeln in zwei Jugendbewegungen, die vor dem
1. Weltkrieg in Galizien entstanden, das damals zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte: Ze’irei Zion (die Jugend Zions) einer kulturell orientierten Bewegung und HaSchomer (der Wächter), einer Pfadfinderbewegung.

Ideologie

Die Dibrot („Gebote“) des Haschomer Hatzair beschreiben die Haltung, den Charakter und die Weltanschauung des “idealen” Chawers (Mitgliedes) und bilden ein erstrebenswertes Ziel für alle Mitglieder unserer Tnua(Bewegung). Diese Dibrot wurden erstmals 1916 verfasst und befinden sich seitdem in einem langjährigen Erneuerungsrozess, an dem alle Länder teilgenommen haben erneuert. Hier findet ihr die letzte Version von Mai 2008, verfasst im Kibbutz (Kommunensiedlung) Cholit, in Israel:

 

Ziele

Zur Gründungszeit der Bewegung war das Ziel natürlich die Alija („Aufstieg“/Auswanderung nach Israel). Die Jugendlichen des Shomers (abk.) wurden dazu vorbereitet und das damalige Palästina zu unterstützen und bei dessen Aufbau mitzuwirken. Nach der Gründung des Staates Israel 1948 konnten diese Shomrim ihr Erlerntes beweisen, indem viele nach Israel auswanderten.
Heute versuchen wir nicht mehr die Shomrim davon zu überzeugen nach Israel zu ziehen, sondern ihre jüdische Identität und das Zugehörigkeitsgefühl zu Israel zu stärken.

Was macht der Hashomer Hatzair?

Jeden Samstag treffen wir uns um 15:00 Uhr im Ken (Nest) und verbringen den Nachmittag miteinander.

Von 15°°-17°° haben wir meistens Peulot (Akitvitätsstunden), in denen die Madrichim (Gruppenleiter) mit den Chanichim (Schützlingen/Kinder) in ihrer Kwutza (Altersgruppe) verschiedene Themen diskutieren, Projekte planen und ausführen oder einfach nur gemeinsam spielen und rumhängen. In diesen Peulot werden unter Anderem sehr oft die heutige Situation Israels diskutiert, ihre Geschichte oder die des Shomers behandelt, unsere Ideologie weitergegeben und auch andere aktuelle Themen durchgenommen.

Von 17°°-19°° finden meistens Aktivitäten mit allen Mitgliedern der Organisation zusammen statt, wie zum Beispiel israelische Tänze und Lieder lernen, bei gutem Wetter Sport im Freien oder andere Chugim (Workshops). Oft gibt es auch ein Abendprogramm, das von den Bogrim (Leitergruppe) organisiert wird und meist mit einem Theaterstück beginnt und von einem lustigen Spiel gefolgt wird – hier lassen die Organisatoren ihrer Fantasie freien Lauf: von „Millionenshow“ über Rätselralleys in der Innenstadt, Stationenbetriebe und Wettbewerbe bis zu Theaterstücken und Simulationsspielen sorgen wir jede Woche für Abwechslung, Spannung und Spaß!

Zu Pfingsten, in der ersten Sommerferienwoche, im Herbst (Oktober/November) und in den Winterferien im Dezember organisieren wir „Tijulim“(Ausflüge) und „Machanot“ (Winter-/Sommerlager), die zwischen 3 und 10 Tagen dauern und immer die absoluten Höhepunkte des Jahres sind.

 

Warum Shomer?

Beinahe ein Jahrhundert gibt es den Shomer schon – somit ist er älter als alle Menschen, die wir kennen, als Demokratie in Österreich, als Israel, und als alle anderen jüdischen Jugendorganisationen in Österreich. In seinem langen Leben hat der Shomer viele Veränderungen durchgemacht, Schicksalsschläge ertragen, Generationen von Chanichim erlebt – und hat sich dabei stetig weiterentwickelt. Unsere Bewegung ist im hohen Alter kein bisschen träge und angepasst geworden – im Gegenteil: Wir sind noch immer anders als die Anderen – und das ist gut so!